Tannhäuser von Richard Wagner in Wiesbaden

Programmatisch zum Pilgern und dem Abendstern in Tannhäuser: Carl Gustav Carus’ “Pilger im Felsental” (Berlin, Alte Nationalgalerie)

Mit der Spielzeit 2017/2018 ist Patrick Lange neuer Generalmusikdirektor am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, das sich in besonderer Weise den Opern von Richard Wagner verschieben hat. Die erste Wagner-Premiere mit dem Spezialisten für großes romantisches Repertoire am Pult ist am 19. November 2017 “Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg”. Mit dem Intendanten Uwe Eric Laufenberg übernimmt zudem einer der zurzeit aktivsten Wagner-Regisseure die szenische Verantwortung. Zuvor hatte Laufenberg in Linz und Wiesbaden den “Ring des Nibelungen” und in Bayreuth “Parsifal” inszeniert. In der Titelpartie sind in insgesamt neun Vorstellungen Klaus-Florian Vogt und Lance Ryan zu erleben.

Das Theater kündigt die Produktion so an: Wagners Tannhäuser hat zwei Seelen in der Brust, er ist Faust verwandt. Ebenso mutig wie trotzig-­rebellisch sucht er nach Grenzüberschreitung, will aber als Künstler auch ein anerkanntes Mitglied der Wartburggesellschaft sein. Welcher Weg führt “zum Heil”, die Pilgerschaft nach Rom oder der Rückzug in den Venusberg? Braucht es mehr Anpassung oder mehr Rebellion – oder gehen wir gerade am jeweils eingeschlagenen Weg zugrunde? Für ihre “Tannhäuser”-Konflikte scheint die Welt ein Wunder zu brauchen, damit der tote Priesterstab wieder Grün treiben kann.

Nach Der fliegende Holländer entstanden, ist Tannhäuser Wagners zweite Oper im Bayreuth-Kanon. Dennoch beschäftigte sie den Komponisten ein Leben lang und wurde mehreren Überarbeitungen unterzogen. Der “Dresdner” Uraufführungsfassung von 1845 folgte 1861 eine deutlich veränderte “Pariser” Fassung. 1875 ließ ihnen Wagner noch eine “Wiener” Fassung folgen. Als abgeschlossen betrachtete er das Stück dennoch nicht. Gewissermaßen als Vermächtnis hinterließ er der Nachwelt das nicht eingelöste Versprechen “Ich bin der Welt noch einen Tannhäuser schuldig”.

Termine von Tannhäuser am Staatstheater Wiesbaden:

19.11. (Premiere), 24.11., 3.12., 17.12., 10.1., 28.1., 30.3., 27.5. (Internationale Maifestspiele), 30.6.

Bitte entnehmen Sie die genauen Vorstellungszeiten der einzelnen Termine der Website des Veranstalters.

Weitere Informationen

Details zu Eintrittskarten sowie zur Produktion am Hessischen Staatstheater finden Sie unter www.staatstheater-wiesbaden.de