Uraufführung: Im Spiegel der Angst von Gerhard Müller-Hornbach in Mainz

Im Spiegel der Angst: Uraufführung von Gerhard Müller-Hornbach zu 500 Jahren Reformation
Im Spiegel der Angst: Uraufführung von Gerhard Müller-Hornbach zu 500 Jahren Reformation

Eine großformatige Uraufführung erwartet Besucherinnen und Besucher in der Christuskirche Mainz am 20. Oktober 2018. Im Auftrag der Evangelischen Kirche Hessen und Nassau entstand für den Bachchor Mainz und seinen Leiter Ralf Otto das neue Werk von Gerhard Müller-Hornbach. Er schrieb “Im Spiegel der Angst” anlässlich des 500. Jahrestags der Reformation. Das Werk ist musikalische Komposition und Inszenierung eines literarischen Dialogs zugleich. Dabei kommen Mut machende Beispiele dafür in den Blick, wie die Befreiung von Angst innere und äußere Grenzen überwinden und Erstarrungen lösen kann. Am Vorabend der Uraufführung lädt am 19. Oktober um 19 Uhr bereits die Evangelische Akademie in die Mainzer Christuskirche zu einem hochkarätig besetzten Symposium ein. Unter anderem wird sich der Schriftsteller Feridun Zaimoglu (“Kanak Sprak”, “Evangelio”) dem Thema Angst stellen. Zugleich findet an diesem Abend eine erste Werkeinführung mit live aufgeführten Ausschnitten statt.

Luthers Ängste im musikalischen Zentrum

Der Frankfurter Komponist Gerhard Müller-Hornbach stellt die Auseinandersetzung mit Angst und die Angstbewältigung in den Mittelpunkt seines neuen Werkes. Er beleuchtet die Auswirkungen von Angst im Leben des Reformators Martin Luther anhand von fünf Episoden aus dessen Biographie. Hornbach spannt dabei einen Bogen vom Gewittererlebnis Luthers, das ihn ins Kloster führte, bis zu seiner Ambivalenz gegenüber Fremden. Dabei blickt Hornbach auch kritisch auf Luthers bis heute hochumstrittenen Texte gegen Andersgläubige. Sie waren unter anderem geprägt von der furchtbesetzten Vorstellung, im Kampf gegen das osmanische Reich würde sich ein drohendes Ende der Welt ankündigen.

Vielstimmiger Raum von Texten und Klängen

Als spiegelnder und kommentierender Kontrapunkt in dem Stück begegnet Luthers Erfahrungshorizont einer Vielfalt von Sichtweisen aus ganz anderen historischen und kulturellen Zusammenhängen. So sind auch Texte des US-amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King, des Dichters Gotthold Ephraim Lessing und von Autoren wie Erich Fried oder Ingeborg Bachmann in Musik umgesetzt. Dabei begeben sich Zuhörerinnen und Zuhörer in einem vielstimmigen Raum unterschiedlichster und teilweise entgegenstehender Sichtweisen gemeinsam auf die Suche nach „Entängstigung“. Hornbach lässt damit ein ungemein aktuelles gesellschaftliches Thema auf seine Weise anklingen.

Symposium mit Werkeinführung am 19. Oktober

Was bedeutet Angst für den Einzelnen und für die Gesellschaft? Und was kann christlicher Glaube zum Umgang mit Ängsten beitragen? Unter anderem diesen Fragen geht das Symposium mit Werkeinführung bereits am Vorabend der Uraufführung nach. Am 19. Oktober um 19 Uhr sind musikalischen Impressionen und interdisziplinäre Impulse in der Mainzer Christuskirche zu hören. Gäste sind Feridun Zaimoglu (Autor des Lutherromans “Evangelio”, Kiel), Prof. Dr. Christiane Tietz (Evangelische Theologin, Zürich), Prof. Dr. Borwin Bandelow (Vorsitzender der Gesellschaft für Angstforschung, Göttingen) und Komponist Gerhard Müller-Hornbach.

Ankündigungstexte: Evangelische Kirche Hessen und Nassau

Im Spiegel der Angst – Details zur Uraufführung

Bachchor Mainz
Mutare Ensemble Frankfurt
Maren Schwier, Sopran
Christian Rathgeber, Tenor
Hans Christoph Begemann, Bariton
Ralf Otto, Leitung

Uraufführung: 20. Oktober 2018, 19:30 Uhr – Christuskirche Mainz

Weitere Informationen

Details zu den Veranstaltungen, Mitwirkenden und Eintrittskarten finden Sie auf der Homepage des Bachchores Mainz: www.bachchormainz.de