Wagner: Götterdämmerung in Wiesbaden

Götterdämmerung in der Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg (Landestheater Linz 2015, Foto: Karl Forster)

Der komplette “Ring des Nibelungen” von Richard Wagner in der Inszenierung des Intendanten: Das Staatstheater Wiesbaden holt Uwe Eric Laufenbergs Interpretation von Richard Wagners Hauptwerk aus Linz nach Wiesbaden. Götterdämmerung ist der finale Teil der Tetralogie und die einzige der vier Opern, die einen Chor verwendet. So stehe ich gemeinsam mit den übrigen Mannen ab dem 23. April 2017 auf der Bühne. Nach der Premiere sind weitere Vorstellungen im Rahmen der Wiesbadener Maifestspiele 2017 und als Zyklus mit den übrigen drei Teilen des Bühnenfestspiels zu sehen. Die Musikalische Leitung für den gesamten “Ring” übernimmt der britische Dirigent Alexander Joel, zur Premiere sind in den Partien von Siegfried  und Brünnhilde Andreas Schager und Catherine Foster zu sehen.

Nachdem im vorausgehenden Teil Siegfried Brünnhilde aus der Waberlohe befreit hat, ist mit Beginn von Götterdämmerung der Schicksalsfaden gerissen. Der Held, der den Ring des Nibelungen am Finger trägt, menschgeboren und gottgesandt die Welt zu retten, stirbt im Wald, vor der Burg der Gibichungen. Es ist heimtückischer Mord. Wagner komponierte ihm einen Trauermarsch, der den Weltenatem anhält, ein Requiem der Leitmotive. Auch Übermenschlichkeit (Siegfrieds, des furchtlosen “herrlichsten Helden der Welt”) bestärkt durch Liebe (Brünnhildes, der nunmehr menschlich fühlenden Göttertochter) kann nichts mehr zum Guten wenden.

Die Welt ist aus den Fugen, beherrscht von Habgier, Betrug, Angst, Trostlosigkeit. Alberichs Ring-Fluch ist wahr geworden, Erdas Warnung hat sich erfüllt. Der Speer Wotans ist zerschlagen, die Götter schutz- und ratlos Alberichs Machtanspruch ausgeliefert, die Natur durch Nichtachtung und Diebstahl ihrer regulierenden Kräfte beraubt. Die “Ring”-Welt ist am Ende, der Konflikt des Göttervaters zwischen Utopie und Realität nicht mehr zu lösen.

Wagner lässt alle Geschichte in einem Meer von Klang untergehen: ein reinigender Weltenbrand. Die Utopie wird trotzdem Bestand haben. Als junger Hofkapellmeister stand Wagner selbst furchtlos auf den Revolutionsbarrikaden im brennenden Dresden, die Handgranaten neben sich. Am Ende seines Lebens zeigt er Wotan als tragische, nicht überlebensfähige Figur. Diese Widersprüche gilt es auszuhalten. Früher, wie auch heute und in Zukunft. (Einführungstext: Staatstheater Wiesbaden)

Termine Götterdämmerung

23.4.2017, 1.5.2017, 28.5.2017, 5.6.2017, 24.9.2017, 21.10.2017, 14.1.2018, 24.3.2018, 21.5.2018 – jeweils um 17:00 Uhr

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Produktion und Eintrittskarten zu Götterdämmerung erhalten Sie unter www.staatstheater-wiesbaden.de